Geld & HaushaltGrößere Anschaffung: Sparen, finanzieren oder leasen?
Sparen ist am günstigsten, ein Ratenkredit am schnellsten, Leasing am flexibelsten. So vergleichen Sie die drei Wege für Auto, Küche oder Möbel ehrlich.
Lesezeit 5 min

Kurz gefasst
Ein Notgroschen ist Geld, das Sie ausschließlich für unvorhergesehene Ausgaben zurücklegen: die kaputte Waschmaschine, die Autoreparatur, eine Zahnbehandlung oder ein paar Monate mit weniger Einkommen. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, wenn möglich eine flexible Rücklage von ungefähr drei Nettomonatsgehältern aufzubauen. Wer seine Ausgaben genau kennt, kann alternativ mit drei Monaten notwendiger Ausgaben rechnen.
Ein gedachtes Beispiel: Betragen Miete, Energie, Lebensmittel, Versicherungen und Mobilität zusammen 2.000 € im Monat, liegt das Ziel bei 6.000 €. Mit 250 € im Monat ist es nach 24 Monaten erreicht, einen ersten Puffer von einer Monatsausgabe haben Sie schon nach acht Monaten.
Der Notgroschen gehört auf ein separates, jederzeit verfügbares Konto, zum Beispiel ein Tagesgeldkonto. Auf dem Girokonto wird er zu leicht ausgegeben, in Aktien oder Festgeld ist er im Ernstfall nicht sicher oder nicht schnell genug verfügbar. Einlagen sind bei Banken in der EU gesetzlich bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Wer einen Notgroschen hat, muss im Notfall nicht zum teuren Dispo oder zur Teilzahlung der Kreditkarte greifen.
Was ist ein Notgroschen?
Ein Notgroschen ist eine Geldreserve für unerwartete Ausgaben und Einkommensausfälle. Er liegt getrennt vom Alltagskonto und ist jederzeit verfügbar, damit Sie im Notfall keinen Kredit brauchen.
Der Notgroschen ist kein Sparziel für den nächsten Urlaub und keine Geldanlage. Er ist eine Versicherung, die Sie sich selbst finanzieren. Seine wichtigste Aufgabe ist es, Sie vor teuren Schulden zu bewahren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.
Wie groß er sein sollte, hängt von Ihrer Lage ab. Die Verbraucherzentrale NRW nennt als Orientierung ungefähr drei Nettomonatsgehälter. Wer allein verdient, selbstständig ist, ein altes Auto fährt oder Wohneigentum besitzt, sollte eher großzügiger planen. Paare mit zwei sicheren Einkommen kommen oft mit weniger aus.
Entscheidend ist, dass Sie überhaupt anfangen. Schon ein kleiner Puffer von einigen Hundert Euro verhindert, dass eine einzelne Reparatur auf dem Dispo landet.
Schritt für Schritt
So bauen Sie Ihre Rücklage auf, ohne dass der Alltag darunter leidet.
Was kostet ein Monat, wenn nur das Nötige bezahlt wird?
Addieren Sie Miete, Nebenkosten, Energie, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität und laufende Kreditraten. Lassen Sie Freizeit, Abos und Restaurantbesuche weg, denn auf sie könnten Sie im Ernstfall verzichten. Diese Summe ist die Grundlage für Ihr Ziel. Im Beispiel liegt sie bei 2.000 € im Monat.
Drei Monate als Orientierung, angepasst an Ihre Lage.
Multiplizieren Sie die notwendigen Ausgaben mit drei. Im Beispiel ergibt das 6.000 €. Wer ein unsicheres Einkommen hat oder allein verdient, plant mehr, wer zwei sichere Einkommen im Haushalt hat, kann etwas darunter bleiben. Schreiben Sie die Zahl auf, ein konkretes Ziel motiviert mehr als ein vages Vorhaben.
Getrennt vom Girokonto, aber schnell verfügbar.
Ein Tagesgeldkonto ist für den Notgroschen gut geeignet: Das Geld liegt getrennt vom Alltagskonto, ist aber in der Regel innerhalb eines Bankarbeitstags verfügbar. Achten Sie darauf, dass das Konto kostenlos ist und die Bank der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt, die bis 100.000 € pro Kunde und Bank schützt.
Gespart wird am Gehaltstag, nicht am Monatsende.
Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang ausgeführt wird. So sparen Sie, bevor Sie das Geld ausgeben können. Mit 250 € im Monat haben Sie im Beispiel nach acht Monaten eine Monatsausgabe zurückgelegt und nach 24 Monaten das volle Ziel erreicht.
Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Steuererstattung, Bonus.
Legen Sie vorab fest, welchen Anteil einer Sonderzahlung Sie in den Notgroschen stecken, zum Beispiel die Hälfte. Eine Steuererstattung oder ein Weihnachtsgeld kann den Aufbau um Monate verkürzen, ohne dass Sie im Alltag sparen müssen. Wer den Anteil vorher bestimmt, muss im Moment der Auszahlung nicht mit sich ringen.
Der Notgroschen ist zum Benutzen da.
Haben Sie Geld aus der Rücklage genommen, erhöhen Sie den Dauerauftrag für einige Monate, bis das Ziel wieder erreicht ist. Prüfen Sie das Ziel außerdem einmal im Jahr. Steigen Miete oder Lebenshaltungskosten, sollte auch der Notgroschen mitwachsen, damit er seinen Zweck weiterhin erfüllt.
Notgroschen und Schulden
Wer teure Schulden hat, fragt sich oft, ob Sparen überhaupt sinnvoll ist. Rechnerisch spricht viel dafür, jeden Euro in die Tilgung zu stecken, denn ein Dispo- oder Kartenzins ist höher als jeder Tagesgeldzins.
Ohne jede Reserve wird aber jede unerwartete Rechnung zu neuer Schuld, und die Tilgung dreht sich im Kreis. Ein Mittelweg hat sich bewährt: zuerst ein kleiner Startpuffer von etwa einer Monatsausgabe, dann alle verfügbaren Mittel in die teuerste Schuld. Ist sie getilgt, fließt der frei gewordene Betrag in den vollständigen Notgroschen.
Läuft Ihr Girokonto regelmäßig ins Minus, kann es sinnvoll sein, den Dispo umzuschulden und mit festen Raten abzubauen. Dann bleibt neben der Rate Spielraum für den Puffer. Wer später für eine größere Anschaffung einen Kredit braucht, profitiert ebenfalls von der Rücklage: Banken sehen sich bei einem Kreditantrag häufig die Kontoauszüge an, und ein Konto ohne Dauer-Minus hinterlässt einen besseren Eindruck. Mehr dazu lesen Sie unter Bonität verbessern.
Abgewogen
Ein Tagesgeldkonto ist für die Rücklage meist die beste Wahl, hat aber auch Grenzen.
Vorteile
Das Geld lässt sich in der Regel innerhalb eines Bankarbeitstags auf das Girokonto übertragen.
Was nicht auf dem Girokonto liegt, wird seltener nebenbei ausgegeben.
Einlagen sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank durch die Einlagensicherung geschützt.
Nachteile
Der Notgroschen kann real an Kaufkraft verlieren, das ist der Preis der Sicherheit.
Lockangebote gelten oft nur für einige Monate, danach fällt der Zins.
Ohne klare Regel wird der Notgroschen leicht zum Urlaubskonto.

Jacob Hartmann hat die Empfehlung zur Höhe der Rücklage mit der Verbraucherzentrale NRW, die Einlagensicherung mit dem Einlagensicherungsgesetz und alle Rechenbeispiele abgeglichen.
Läuft das Konto regelmäßig ins Minus, kann ein günstiger Kredit den Dispo ablösen und Spielraum für den Notgroschen schaffen.
Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.
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