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Sparen mit Kindern: Taschengeld und erstes Konto

Jacob HartmannVeröffentlicht 12. Oktober 2026Lesezeit 5 min
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Kurz gefasst

Kinder lernen den Umgang mit Geld am besten, indem sie selbst Geld verwalten. Ein regelmäßiges, verlässliches Taschengeld und später ein eigenes Konto sind dafür die wichtigsten Werkzeuge. Entscheidend ist, dass das Kind über sein Taschengeld frei entscheiden darf, auch wenn es Fehler macht, denn genau daraus lernt es.

Das Gesetz unterstützt das: Nach dem sogenannten Taschengeldparagrafen ist ein Kauf eines Minderjährigen wirksam, wenn er ihn mit Geld bezahlt, das ihm zur freien Verfügung überlassen wurde. Für jüngere Kinder eignet sich ein kleiner wöchentlicher Betrag, ältere Kinder können mit einem monatlichen Budget planen lernen. Orientierungswerte für die Höhe veröffentlicht unter anderem das Deutsche Jugendinstitut.

Ein eigenes Konto macht Sparen sichtbar. Ein konkretes Ziel hilft dabei: Wer für ein Spiel zu 60 € jede Woche 5 € zurücklegt, hat es nach zwölf Wochen erreicht. Auch für Kinder gilt ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr für Zinsen und andere Kapitalerträge. Am wichtigsten bleibt aber das Vorbild der Eltern im Umgang mit Geld und Schulden.

Geld lernen

Warum Taschengeld die beste Geldschule ist

Wer als Kind nie selbst über Geld entschieden hat, muss es als Erwachsener mühsam lernen, oft auf Kosten von Dispo und Kreditkarte. Taschengeld ist deshalb keine Belohnung, sondern eine Übung: Das Kind erfährt, dass Geld begrenzt ist, dass man sich entscheiden muss und dass sich Warten manchmal lohnt.

Damit diese Übung funktioniert, braucht es feste Regeln. Das Taschengeld kommt regelmäßig, in gleicher Höhe und ohne Bedingungen. Es wird nicht als Strafe gestrichen und nicht für gute Noten erhöht. Und das Kind darf selbst bestimmen, wofür es das Geld ausgibt, auch für Dinge, die die Eltern für überflüssig halten.

Rechtlich ist das abgesichert: Kauft ein Kind etwas von Geld, das ihm zur freien Verfügung überlassen wurde, ist der Kauf wirksam.

Praxis-Tipps

Sechs Tipps für Taschengeld und erstes Konto

So wird aus Taschengeld ein Lernprozess, der bis ins Erwachsenenleben wirkt.

Regelmäßig und verlässlich zahlen

Zahlen Sie das Taschengeld immer am gleichen Tag und in gleicher Höhe, ohne es an Bedingungen zu knüpfen.

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Nur wenn das Kind weiß, wann und wie viel Geld kommt, kann es planen. Für jüngere Kinder eignet sich ein kleiner wöchentlicher Betrag, weil ein Monat für sie noch eine sehr lange Zeit ist. Ältere Kinder lernen mit einem monatlichen Betrag, sich das Geld über mehrere Wochen einzuteilen.

Die Höhe an Alter und Aufgaben anpassen

Orientieren Sie sich an Empfehlungstabellen und klären Sie, was das Kind vom Taschengeld selbst bezahlen soll.

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Orientierungswerte nach Alter veröffentlicht unter anderem das Deutsche Jugendinstitut. Wichtiger als der genaue Betrag ist die Absprache: Soll das Kind Süßigkeiten, Zeitschriften oder später auch Kleidung und das Handy selbst bezahlen? Je mehr Verantwortung es übernimmt, desto höher darf das Taschengeld ausfallen.

Sparziele sichtbar machen

Ein konkretes Ziel mit Bild und Betrag motiviert Kinder mehr als die allgemeine Aufforderung, Geld zurückzulegen.

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Wünscht sich Ihr Kind ein Spiel für 60 €, rechnen Sie gemeinsam aus, wie lange es sparen muss. Mit 5 € pro Woche sind es zwölf Wochen. Ein Sparglas oder eine einfache Liste, auf der jede Woche ein Feld abgehakt wird, macht den Fortschritt sichtbar und das Ziel greifbar.

Fehler zulassen

Lassen Sie Ihr Kind auch Fehlkäufe machen und gleichen Sie das Taschengeld danach nicht einfach aus.

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Gibt das Kind sein Geld in der ersten Woche aus und hat danach nichts mehr, ist das eine wertvolle Erfahrung. Springen die Eltern ein, lernt es nur, dass Geld immer nachkommt. Besprechen Sie den Fehler stattdessen ruhig und überlegen Sie gemeinsam, was es beim nächsten Mal anders machen könnte.

Das erste eigene Konto eröffnen

Ab dem Schulalter kann ein Konto helfen, Sparen und bargeldloses Bezahlen kennenzulernen, mit Zustimmung der Eltern.

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Für die Kontoeröffnung brauchen Minderjährige die Zustimmung der Eltern als gesetzliche Vertreter. Viele Banken bieten Konten für Kinder und Jugendliche an, die auf Guthabenbasis geführt werden. Vergleichen Sie Gebühren, Kartenfunktionen und die Möglichkeit für Eltern, Umsätze einzusehen oder Limits zu setzen.

Kapitalerträge im Blick behalten

Auch für Kinder gilt ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr für Zinsen und andere Kapitalerträge.

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Damit Zinsen ohne Steuerabzug gutgeschrieben werden, können die Eltern für das Konto des Kindes einen Freistellungsauftrag erteilen. Bei kleinen Sparbeträgen spielt das kaum eine Rolle, bei größeren Geldgeschenken von Großeltern kann es sich lohnen. Klären Sie außerdem, ob das Geld wirklich dem Kind gehören soll.

Ältere Kinder

Von der Spardose zur Karte

Mit dem Alter wachsen die Ausgaben und die Möglichkeiten. Jugendliche wollen online bezahlen, Konzertkarten kaufen und mit Freunden verreisen.

Eine Debitkarte zum Jugendkonto reicht dafür meist aus, denn sie greift nur auf vorhandenes Guthaben zu. Für Onlinekäufe kann eine Prepaid-Kreditkarte sinnvoll sein. Sie wird vorher aufgeladen, und mehr als das aufgeladene Guthaben kann das Kind nicht ausgeben.

Wichtig ist, mit Jugendlichen offen über Schulden zu sprechen. Ratenkauf im Onlineshop, In-App-Käufe und Abos sind die ersten Stellen, an denen sie mit Kredit in Berührung kommen. Erklären Sie, dass später Zinsen anfallen und eine nicht bezahlte Rechnung Folgen für die Bonität haben kann.

Mit dem Studium oder der Ausbildung kommt die erste eigene Kreditkarte infrage. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Ratgeber zur Kreditkarte für Studenten. Wer früh gelernt hat, mit einem Budget zu leben, nutzt sie meist ohne Probleme.

Kurz gefasst

Sparen mit Kindern in vier Punkten

Das Wichtigste für Eltern auf einen Blick.

Verlässlich statt großzügig

Ein regelmäßiges Taschengeld ohne Bedingungen ist für das Lernen wichtiger als die genaue Höhe des Betrags.

Freiheit gehört dazu

Was das Kind mit seinem Taschengeld kauft, entscheidet es selbst, und auch Fehlkäufe sind ein Teil des Lernens.

Ziele machen Sparen greifbar

Ein konkreter Wunsch mit Betrag und Zeitplan motiviert mehr als die allgemeine Aufforderung, Geld zurückzulegen.

Konten auf Guthabenbasis

Kinderkonten und Prepaid-Karten ermöglichen den ersten Schritt ins bargeldlose Bezahlen, ohne dass Ihr Kind dabei Schulden machen kann.

Jacob Hartmann
Geprüfter Inhalt
Fachlich verantwortlich

Jacob Hartmann

Gründer & Inhaber, Lacuna Digital ApS

Jacob Hartmann hat die Angaben zum Taschengeldparagrafen und zum Sparer-Pauschbetrag mit BGB und Einkommensteuergesetz abgeglichen und die Rechenbeispiele geprüft.

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Gründer und Inhaber der Lacuna Digital ApS · Spezialisiert auf Verbraucherkredite und Kreditvergleich
Aktualisiert: Oktober 2026·Zahlen und Regeln sind mit offiziellen Quellen wie BaFin, Verbraucherzentrale, SCHUFA und dem BGB abgeglichen.

Prepaid-Kreditkarten im Überblick

Eine Prepaid-Kreditkarte lässt sich nur mit vorhandenem Guthaben nutzen und eignet sich als sicherer Einstieg ins bargeldlose Bezahlen.

Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.

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