Schulden & UmschuldungSchuldnerberatung: Wo Sie kostenlose Hilfe bekommen
Kostenlose Schuldnerberatung bieten Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Verbraucherzentralen. So finden Sie eine anerkannte Stelle und erkennen teure Fallen.
Lesezeit 5 min

Kurz gefasst
Aus dem Dispo kommen Sie am sichersten mit einem festen Plan: Sie überweisen jeden Monat einen festen Betrag gegen das Minus, senken parallel Ihr Dispolimit und gleichen bei einem größeren oder dauerhaften Minus den Dispo mit einem günstigeren Ratenkredit aus. Wichtig ist, das Limit danach so weit zu reduzieren, dass der Dispo nicht wieder vollläuft.
Der Dispokredit ist bequem, weil er immer verfügbar ist. Er ist aber meist deutlich teurer als ein Ratenkredit und hat keinen Tilgungsplan. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zinsen zeigt den Unterschied: 2.000 € Minus kosten bei 11 % Dispozins rund 220 € Zinsen im Jahr. Ein Ratenkredit über 2.000 € mit 6 % und zwölf Monaten Laufzeit kostet rund 66 € Zinsen.
Das Gesetz hilft Ihnen dabei. Nutzen Sie Ihren Dispo sechs Monate ohne Unterbrechung und im Durchschnitt zu mehr als 75 % aus, muss Ihre Bank Ihnen eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten. Nehmen Sie dieses Angebot an. Und wenn die Schulden insgesamt über den Kopf wachsen, ist eine kostenlose Schuldnerberatung der bessere Weg als jeder neue Kredit.
Warum der Dispo zur Falle wird
Der Dispositionskredit ist eine Überziehungsmöglichkeit auf dem Girokonto. Die Bank räumt Ihnen einen Rahmen ein, den Sie jederzeit nutzen können, ohne einen Antrag zu stellen. Zinsen zahlen Sie nur auf den Betrag, um den Ihr Konto tatsächlich im Minus ist.
Genau diese Bequemlichkeit macht den Dispo gefährlich. Weil es keinen Tilgungsplan gibt, bleibt das Minus oft über Monate stehen. Jeder Gehaltseingang füllt das Konto kurz auf, doch einige Tage später ist es wieder im Minus. Die Zinsen fallen dabei laufend an, und der Dispozins liegt meist deutlich über dem Zins eines Ratenkredits.
Problematisch wird es, wenn der Dispo nicht mehr für kurze Engpässe genutzt wird, sondern dauerhaft Teil des Monatsbudgets ist.
Mythen und Fakten
Viele Kontoinhaber unterschätzen, was ein dauerhaftes Minus kostet. Diese Irrtümer begegnen uns besonders oft.
Ein paar hundert Euro Minus kosten kaum etwas
Das Geld kommt ja mit dem nächsten Gehalt zurück.
Dauerhaftes Minus summiert sich.
Ist das Konto ständig im Minus, zahlen Sie das ganze Jahr Zinsen. Bei 2.000 € und einem angenommenen Dispozins von 11 % sind das rund 220 € im Jahr, ohne dass die Schuld kleiner wird.
Der Dispo ist ein normaler Kredit
Zinsen sind Zinsen.
Der Dispo hat keinen Tilgungsplan.
Bei einem Ratenkredit sinkt die Schuld mit jeder Rate automatisch. Beim Dispo müssen Sie selbst dafür sorgen, dass das Minus kleiner wird. Ohne festen Plan bleibt es oft jahrelang bestehen und kostet laufend Zinsen.
Die Bank lässt mich mit dem Dispo allein
Solange ich im Limit bleibe, interessiert es niemanden.
Die Bank muss Beratung anbieten.
Nutzen Sie den Dispo sechs Monate ununterbrochen und im Schnitt zu mehr als 75 % des Limits, muss die Bank Ihnen nach § 504a BGB ein Gespräch über günstigere Alternativen anbieten.
Ein Ratenkredit lohnt sich nie für kleine Beträge
Für 2.000 € braucht man keinen Kredit.
Es kommt auf Zins und Dauer an.
Bleibt das Minus lange stehen, kann ein günstiger Ratenkredit spürbar Zinsen sparen. Voraussetzung ist, dass Sie den Dispo danach nicht wieder ausschöpfen, sonst haben Sie am Ende zwei Schulden statt einer.
Ein hohes Dispolimit schadet nicht
Ein großer Rahmen ist nur eine Sicherheit.
Ein hoher Rahmen verleitet zum Ausschöpfen.
Wer einen großen Rahmen hat, nutzt ihn auch leichter. Ein niedrigeres Limit schützt davor, tiefer ins Minus zu rutschen. Senken Sie es Schritt für Schritt, während Sie das Minus abbauen.
Rechenbeispiel
Angenommen, Ihr Konto steht dauerhaft mit 2.000 € im Minus, und Ihre Bank berechnet 11 % Dispozinsen. Bleibt das Minus ein Jahr lang gleich, zahlen Sie rund 220 € Zinsen, und die Schuld ist danach genauso hoch wie vorher.
Zahlen Sie stattdessen jeden Monat 172,13 € gegen das Minus, ist der Dispo nach 13 Monaten ausgeglichen. Die Zinsen betragen dann rund 125 €. Mit einem Ratenkredit über 2.000 € zu angenommenen 6 % und zwölf Monaten Laufzeit zahlen Sie dieselbe Rate, sind nach einem Jahr schuldenfrei und zahlen nur rund 66 € Zinsen.
Der Vorteil des Ratenkredits wächst mit der Höhe des Minus und der Dauer. Er funktioniert aber nur, wenn Sie das Dispolimit anschließend senken und das Konto im Plus halten. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt unser Ratgeber Dispo umschulden. Ihre persönliche Rate rechnen Sie im Kreditrechner aus.
Brauchen Sie dauerhaft einen flexiblen Rahmen, etwa wegen schwankender Einnahmen, lohnt sich ein Blick auf den Rahmenkredit. Vergleichen Sie dessen Zins mit Ihrem Dispozins.
Fragen und Antworten
Kurze Antworten zum Weg aus dem Minus.
Ja. Für eine eingeräumte Überziehungsmöglichkeit darf die Bank nach § 504 BGB keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.
Wenn Sie den Dispo sechs Monate ununterbrochen und im Durchschnitt mit mehr als 75 % des vereinbarten Rahmens nutzen.
Eine Überziehung ohne vereinbarten Rahmen oder über den Rahmen hinaus. Die Bank muss Sie über die Kosten informieren und bei längerer Dauer beraten.
Ja, sobald Sie das Minus abbauen. Ein niedrigeres Limit verhindert, dass Sie wieder in die alte Gewohnheit rutschen.
Entscheidend ist pünktliches Zahlen. Bleibt ein fälliger Betrag trotz mehrfacher Mahnung offen, kann er als Zahlungsstörung gemeldet werden.
Wenden Sie sich an eine anerkannte, kostenlose Schuldnerberatung. Ein neuer Kredit hilft nicht, wenn die Ausgaben dauerhaft die Einnahmen übersteigen.

Jacob Hartmann hat die Rechenbeispiele zu Dispo und Ratenkredit nachgerechnet und die Regeln zur Überziehung und Beratungspflicht mit §§ 504, 504a und 505 BGB abgeglichen.
Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich, ob ein Ratenkredit Ihren Dispo günstiger ablösen kann.
Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.
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