Swiftbanker
Schufa & Bonität

Schufa-Basisscore und Branchenscore: Warum es mehrere Werte gibt

Jacob HartmannVeröffentlicht 12. Oktober 2026Lesezeit 4 min
Illustration zum Artikel „Schufa-Basisscore und Branchenscore: Warum es mehrere Werte gibt“

Kurz gefasst

Es gab mehrere SCHUFA-Werte, weil Banken, Mobilfunkanbieter und Händler unterschiedliche Risiken bewerten. Für sie berechnete die SCHUFA eigene Branchenscores. Der Basisscore, den viele Verbraucher aus ihrer Selbstauskunft kennen, war dagegen nur ein Orientierungswert für Privatpersonen und wurde nach Angaben der SCHUFA nie an Unternehmen übermittelt. Ein Basisscore von 97 % sagte deshalb wenig darüber aus, mit welchem Wert eine Bank tatsächlich gerechnet hat.

Seit dem 17. März 2026 gibt es einen neuen SCHUFA-Score. Er reicht von 100 bis 999 Punkten, beruht auf zwölf nachvollziehbaren Kriterien und ist für Verbraucher und Unternehmen derselbe. Er löst den Basisscore ab und soll die sechs bisherigen Branchenscores ersetzen. Im kostenlosen SCHUFA-Account sehen Sie, wie viele Punkte Sie in jedem einzelnen Kriterium erhalten, und können so nachvollziehen, was Ihren Wert nach oben oder unten bewegt.

Ganz vorbei ist die Zeit mehrerer Werte aber noch nicht. Unternehmen haben bis Ende 2028 Zeit für die Umstellung, und Banken brauchen dafür die Zustimmung ihrer Aufsicht. Wird Ihnen ein Vertrag verweigert, fragen Sie deshalb beim Anbieter nach, welcher Score verwendet wurde.

SCHUFA-Scores verstehen

Vom Basisscore zum neuen Punktescore

Lange Zeit kursierten mehrere SCHUFA-Werte nebeneinander, und viele Verbraucher wussten nicht, welcher für eine Kreditentscheidung zählte. Hier ordnen wir die alten und den neuen Score ein.

01 · Was ein Score überhaupt ist

Ein Score ist eine Prognose. Die SCHUFA schätzt auf Basis der bei ihr gespeicherten Daten, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Dafür nutzt sie statistische Verfahren, die nach dem Bundesdatenschutzgesetz wissenschaftlich anerkannt sein müssen.

Der Score entscheidet aber nicht allein. Ob ein Vertrag zustande kommt, legt das Unternehmen fest, und Banken prüfen zusätzlich etwa Ihr Einkommen und Ihre Ausgaben. Einkommen, Vermögen oder Beruf kennt die SCHUFA nach eigenen Angaben gar nicht.

02 · Warum es Branchenscores gab

Ein Mobilfunkvertrag, eine Bestellung auf Rechnung und ein Ratenkredit über 20.000 € sind sehr unterschiedliche Risiken. Deshalb berechnete die SCHUFA für verschiedene Branchen eigene Scores, etwa für Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Telekommunikation, Handel und Versandhandel.

Ein Unternehmen erhielt bei einer Anfrage den Score, der zu seiner Branche passte. Dieselbe Person konnte deshalb bei der Bank einen anderen Wert haben als beim Onlinehändler. Für Verbraucher war das schwer zu durchschauen, zumal sie diese Werte meist gar nicht zu sehen bekamen.

03 · Was der Basisscore war

Den Basisscore führte die SCHUFA 2008 als Orientierungswert für Verbraucher ein. Er wurde aus neun Branchenscores berechnet und als Prozentwert angegeben, viele kennen ihn aus der Datenkopie oder aus kostenpflichtigen Auskünften.

Nach Angaben der SCHUFA wurde der Basisscore nie an Unternehmen übermittelt und spielte deshalb in keiner Vertragsentscheidung eine Rolle. Wer seinen Basisscore kannte, wusste also nicht, mit welchem Wert seine Bank gerechnet hatte. Genau diese Lücke war ein häufiger Kritikpunkt.

04 · Der neue Score seit März 2026

Seit dem 17. März 2026 können Verbraucher den neuen SCHUFA-Score kostenlos im SCHUFA-Account einsehen. Er reicht von 100 bis 999 Punkten und setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen, etwa Zahlungsstörungen, dem Alter des ältesten Bankvertrags, dem Alter der aktuellen Adresse und neu aufgenommenen Ratenkrediten.

Jedes Kriterium hat eine feste Punktespanne, die Summe ergibt den Score. Erstmals sehen Verbraucher und Unternehmen denselben Wert. Die Punkte lassen sich nicht mit dem alten Prozentwert vergleichen: 98,5 % entsprechen nicht 985 Punkten. Wie Sie Ihren Wert positiv beeinflussen, lesen Sie im Ratgeber zum Schufa-Score.

05 · Die fünf Scoreklassen

Zur Einordnung teilt die SCHUFA den neuen Score in Klassen ein. Hervorragend sind 776 bis 999 Punkte, dort liegen nach SCHUFA-Angaben rund 62 % der Menschen. Gut sind 709 bis 775 Punkte, akzeptabel 642 bis 708 und ausreichend 100 bis 641 Punkte.

Bei offenen Zahlungsstörungen berechnet die SCHUFA keinen Score, die Klasse heißt dann ungenügend. Erst wenn die offenen Forderungen beglichen sind, gibt es wieder einen Wert. Wie Sie Ihre Daten Schritt für Schritt in Ordnung bringen, zeigt unser Ratgeber zum Thema Bonität verbessern.

06 · Warum noch beide Welten existieren

Der neue Score soll die Branchenscores ersetzen, aber nicht über Nacht. Die SCHUFA liefert die bisherigen Branchenscores noch bis Ende 2028, weil Banken die Umstellung ihrer Risikomodelle bei der Aufsicht anzeigen und genehmigen lassen müssen.

Zum Start im März 2026 nutzte nach SCHUFA-Angaben etwa ein Viertel der Unternehmenskunden bereits den neuen Score. Wird Ihnen ein Kredit oder Vertrag verweigert, fragen Sie deshalb nach, ob und welcher Score verwendet wurde. Ihre gespeicherten Daten prüfen Sie kostenlos über eine Schufa-Auskunft.

Typische Missverständnisse

Sechs Fehler beim Blick auf den Score

Rund um die verschiedenen SCHUFA-Werte entstehen leicht falsche Schlüsse. Diese Irrtümer sollten Sie vermeiden.

  • Den alten Basisscore für den Bankwert halten. Er wurde nach SCHUFA-Angaben nie an Unternehmen übermittelt.
  • Prozent und Punkte verwechseln. 98,5 % im alten System sind nicht 985 Punkte im neuen.
  • Annehmen, alle Unternehmen nutzen schon den neuen Score. Die Umstellung läuft bis Ende 2028.
  • Für die eigene Auskunft bezahlen. Datenkopie und SCHUFA-Account sind kostenlos.
  • Den Score für die Entscheidung halten. Das Unternehmen entscheidet und prüft weitere Angaben.
  • Bei einer Ablehnung nicht nachfragen. Auskunfteien müssen erklären, wie ein maßgeblicher Score zustande kam.
Jacob Hartmann
Geprüfter Inhalt
Fachlich verantwortlich

Jacob Hartmann

Gründer & Inhaber, Lacuna Digital ApS

Jacob Hartmann hat die Angaben zu Basisscore, Branchenscores, neuem SCHUFA-Score, Scoreklassen und Übergangsfrist mit den Veröffentlichungen der SCHUFA und der Verbraucherzentrale abgeglichen.

Schufa & BonitätVerbraucherkredit
Gründer und Inhaber der Lacuna Digital ApS · Spezialisiert auf Verbraucherkredite und Kreditvergleich
Aktualisiert: Oktober 2026·Zahlen und Regeln sind mit offiziellen Quellen wie BaFin, Verbraucherzentrale, SCHUFA und dem BGB abgeglichen.

So beeinflussen Sie Ihren SCHUFA-Score

Unser Ratgeber erklärt die zwölf Kriterien des neuen Scores und zeigt, welche Punkte Sie selbst verbessern können.

Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.

Das könnte Sie auch interessieren