Swiftbanker
Kreditkarten

Kreditkartenbetrug: So reagieren Sie bei unbekannten Abbuchungen

Jacob HartmannVeröffentlicht 12. Oktober 2026Lesezeit 5 min
Illustration zum Artikel „Kreditkartenbetrug: So reagieren Sie bei unbekannten Abbuchungen“

Kurz gefasst

Entdecken Sie auf Ihrer Kreditkartenabrechnung eine Zahlung, die Sie nicht kennen, handeln Sie sofort: Karte in der App oder über die Hotline der Bank sperren, die Bank über die nicht autorisierte Zahlung informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. Je schneller Sie reagieren, desto besser sind Sie geschützt, denn für Zahlungen nach Ihrer Meldung haften Sie in der Regel nicht.

Hat ein Betrüger mit Ihrer Kreditkarte bezahlt, ohne dass Sie zugestimmt haben, schuldet Ihnen die Bank sofortige Erstattung – spätestens zum Ablauf des Geschäftstags, der auf Ihre Meldung folgt. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Bank einen begründeten Betrugsverdacht gegen Sie hat und ihn einer Behörde gemeldet hat. Ihre eigene Haftung ist bei Verlust, Diebstahl oder Missbrauch der Karte in der Regel auf höchstens 50 € begrenzt.

Den Schutz verlieren kann, wer grob fahrlässig handelt, etwa die PIN auf der Karte notiert oder Bestätigungscodes an Betrüger weitergibt. Wichtig ist auch die Frist: Ansprüche wegen nicht autorisierter Zahlungen müssen spätestens 13 Monate nach der Belastung gemeldet werden. Kontrollieren Sie deshalb jede Abrechnung zeitnah.

Wie Betrug passiert

Kartendaten werden selten aus dem Portemonnaie gestohlen

Die meisten unbekannten Abbuchungen entstehen nicht durch eine gestohlene Karte, sondern durch abgegriffene Daten. Betrüger nutzen gefälschte Shops, Phishing-Mails im Namen von Banken oder Paketdiensten, Datenlecks bei Händlern oder Anrufe, in denen sich jemand als Bankmitarbeiter ausgibt und um eine Freigabe in der App bittet.

Typisch sind kleine Testbuchungen, mit denen geprüft wird, ob die Karte funktioniert, gefolgt von größeren Beträgen. Auch Abbuchungen mit seltsamen Händlernamen oder in fremder Währung sind ein Warnsignal.

Nicht jede unbekannte Buchung ist allerdings Betrug. Manche Händler rechnen unter einem anderen Firmennamen ab, Abos verlängern sich automatisch, oder ein Familienmitglied hat eine Partnerkarte genutzt. Ein kurzer Abgleich hilft, bevor Sie Alarm schlagen, darf die Sperre aber nicht unnötig verzögern.

Sofort handeln

Sechs Schritte bei einer unbekannten Abbuchung

Die Reihenfolge ist wichtig: Erst sperren, dann klären.

Die Karte sofort sperren

Sperren Sie die Karte in der Banking-App, über die Hotline Ihrer Bank oder den Sperr-Notruf 116 116.

Mehr lesen

Der zentrale Sperr-Notruf ist aus dem Ausland unter +49 116 116 erreichbar, funktioniert aber nur für Kartenherausgeber, die angeschlossen sind. Die eigene Hotline Ihrer Bank steht meist auf der Kartenrückseite und in der App. Notieren Sie Datum und Uhrzeit der Sperre, denn ab diesem Zeitpunkt haften Sie für weitere Zahlungen in der Regel nicht.

Die Bank über die Zahlung informieren

Melden Sie jede nicht autorisierte Buchung einzeln und unverzüglich, nachdem Sie sie entdeckt haben.

Mehr lesen

Viele Banken bieten dafür ein Formular in der App oder im Onlinebanking an. Geben Sie Datum, Betrag und Händler jeder verdächtigen Buchung an und erklären Sie, dass Sie die Zahlung nicht autorisiert haben. Bewahren Sie die Bestätigung der Meldung auf, sie ist später Ihr wichtigster Nachweis.

Anzeige bei der Polizei erstatten

Eine Strafanzeige dokumentiert den Betrug und wird von vielen Banken für die Bearbeitung erwartet.

Mehr lesen

Die Anzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle und in vielen Bundesländern auch online erstatten. Legen Sie die Abrechnung mit den markierten Buchungen bei und schildern Sie, wie die Daten möglicherweise abhandengekommen sind. Das Aktenzeichen leiten Sie anschließend an Ihre Bank weiter.

Auf die Erstattung achten

Für eine nicht autorisierte Zahlung muss die Bank spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags erstatten.

Mehr lesen

Die Bank muss Ihr Konto so stellen, als hätte die Zahlung nie stattgefunden. Nur bei einem schriftlich begründeten Betrugsverdacht gegen Sie, den sie einer Behörde meldet, darf sie zunächst prüfen. Bleibt die Erstattung ohne Begründung aus, fragen Sie schriftlich nach und setzen eine kurze Frist.

Weitere Zugänge absichern

Ändern Sie Passwörter für Onlinebanking, E-Mail und Shops, über die die Daten abgeflossen sein könnten.

Mehr lesen

Wurde die Karte in einem Onlineshop gespeichert, löschen Sie sie dort. Prüfen Sie, ob unbekannte Geräte für Ihre Banking-App freigeschaltet sind, und entfernen Sie diese. Stellen Sie Abos und Lastschriften auf die neue Karte um, sobald sie eintrifft, damit keine Zahlung platzt.

Die nächsten Abrechnungen genau prüfen

Kontrollieren Sie Umsätze in den folgenden Monaten besonders aufmerksam und aktivieren Sie Push-Nachrichten für jede Zahlung.

Mehr lesen

Betrüger versuchen es manchmal erneut, etwa über andere Konten oder mit gestohlenen persönlichen Daten. Ansprüche wegen nicht autorisierter Zahlungen sind ausgeschlossen, wenn Sie sie nicht innerhalb von 13 Monaten nach der Belastung melden. Wer jede Abrechnung zeitnah prüft, bleibt sicher in dieser Frist.

Ihre Rechte

Wann Sie haften und wann nicht

Das Gesetz schützt Karteninhaber weitgehend. Wer schnell meldet und sorgfältig mit Karte und Codes umgeht, trägt höchstens einen kleinen Eigenanteil.

Bei Verlust, Diebstahl oder sonstigem Missbrauch der Karte kann die Bank von Ihnen höchstens 50 € verlangen. Auch das entfällt, wenn Sie den Verlust vor der Zahlung gar nicht bemerken konnten. Hat die Bank für eine Onlinezahlung keine starke Kundenauthentifizierung verlangt, haften Sie in der Regel ebenfalls nicht, außer Sie haben selbst betrügerisch gehandelt.

Anders ist es bei grober Fahrlässigkeit. Wer die PIN auf die Karte schreibt, Bestätigungscodes am Telefon weitergibt oder eine Freigabe in der App für einen Fremden bestätigt, muss unter Umständen den gesamten Schaden tragen. Banken fragen deshalb nach, wie die Daten abhandengekommen sind.

Wer nach einem Betrugsfall eine neue Karte sucht, findet im Kreditkarten-Vergleich Karten mit App-Sperre und Push-Benachrichtigungen. Für Onlinekäufe kann zusätzlich eine Prepaid-Kreditkarte mit begrenztem Guthaben sinnvoll sein.

Das Wichtigste

Bei Kartenbetrug richtig reagieren

Vier Punkte, die im Ernstfall zählen.

Sperren geht vor Klären

Lassen Sie die Karte sofort sperren, denn für Zahlungen nach Ihrer Meldung haften Sie in der Regel gar nicht mehr.

Schnelle Erstattung ist Pflicht

Für nicht autorisierte Zahlungen muss die Bank spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags den Betrag erstatten.

Die Haftung ist begrenzt

Bei Missbrauch der Karte zahlen Sie höchstens 50 €, außer Sie haben grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt.

Fristen im Blick behalten

Nicht autorisierte Zahlungen müssen spätestens 13 Monate nach der Belastung gemeldet werden, besser aber sofort.

Jacob Hartmann
Geprüfter Inhalt
Fachlich verantwortlich

Jacob Hartmann

Gründer & Inhaber, Lacuna Digital ApS

Jacob Hartmann hat die Regeln zu Erstattung, Haftung und Meldefristen bei nicht autorisierten Kartenzahlungen in diesem Beitrag mit dem BGB abgeglichen.

KreditkartenVerbraucherkredit
Gründer und Inhaber der Lacuna Digital ApS · Spezialisiert auf Verbraucherkredite und Kreditvergleich
Aktualisiert: Oktober 2026·Zahlen und Regeln sind mit offiziellen Quellen wie BaFin, Verbraucherzentrale, SCHUFA und dem BGB abgeglichen.

Kreditkarten mit Sperre per App vergleichen

Finden Sie eine Karte ohne Jahresgebühr, die Sie in der App sperren und für jede Zahlung benachrichtigen lässt.

Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Illustration zum Artikel „Virtuelle Kreditkarte: Sicher online bezahlen“Kreditkarten

Virtuelle Kreditkarte: Sicher online bezahlen

Eine virtuelle Kreditkarte existiert nur in der App und schützt Ihre Hauptkarte beim Onlinekauf. So funktioniert sie und so nutzen Sie sie wirklich sicher.

Lesezeit 4 min