Geld & HaushaltGrößere Anschaffung: Sparen, finanzieren oder leasen?
Sparen ist am günstigsten, ein Ratenkredit am schnellsten, Leasing am flexibelsten. So vergleichen Sie die drei Wege für Auto, Küche oder Möbel ehrlich.
Lesezeit 5 min

Kurz gefasst
Die erste eigene Wohnung kostet deutlich mehr als die Miete im Inserat. Zu Beginn fallen einmalige Kosten an, vor allem die Mietkaution von bis zu drei Nettokaltmieten, dazu Umzug, Möbel, Küchengeräte und Erstausstattung. Danach kommen jeden Monat Nebenkosten, Strom, Internet, Versicherungen und der Rundfunkbeitrag von 18,36 € pro Wohnung hinzu.
Ein gedachtes Beispiel: Bei 650 € Kaltmiete und 170 € Nebenkostenvorauszahlung liegt die Warmmiete bei 820 €. Mit Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Haftpflicht- und Hausratversicherung sowie 300 € für Lebensmittel sind Sie schnell bei rund 1.230 € im Monat, noch bevor Mobilität, Kleidung und Freizeit eingerechnet sind. Die Kaution dürfte in diesem Beispiel höchstens 1.950 € betragen.
Gut zu wissen: Eine Barkaution dürfen Sie in drei gleichen Monatsraten zahlen. Eine Maklerprovision müssen Sie als Mieter nur zahlen, wenn der Makler ausschließlich in Ihrem Auftrag gesucht hat. Planen Sie außerdem einen Puffer für die erste Nebenkostenabrechnung ein, damit eine Nachzahlung nicht auf dem Dispo landet. Wer diese Posten vor der Unterschrift durchrechnet, weiß, welche Miete wirklich tragbar ist.
Mehr als nur Miete
Wer zum ersten Mal eine eigene Wohnung sucht, schaut vor allem auf die Miete. Das ist verständlich, denn sie ist der größte Posten. Doch zwischen Kaltmiete im Inserat und dem, was am Monatsende tatsächlich vom Konto geht, liegen oft mehrere Hundert Euro.
Hinzu kommen die Startkosten. Kaution, Umzugswagen, Matratze, Kühlschrank, Waschmaschine und viele Kleinigkeiten summieren sich schnell auf einige Tausend Euro. Wer das nicht einplant, finanziert die Einrichtung schnell über Kreditkarte oder Dispo und startet mit Schulden ins neue Leben.
Ein realistischer Plan vor der Unterschrift schützt davor. Rechnen Sie mit der Warmmiete, allen laufenden Kosten und einem Puffer für Unerwartetes. Bleibt danach zu wenig übrig, ist eine kleinere oder günstigere Wohnung die bessere Wahl.
Mythen und Fakten
Viele Erstmieter verlassen sich auf Hörensagen. Das sagt das Gesetz.
Die Kaution muss sofort komplett bezahlt werden
Sonst gibt es keinen Schlüssel.
Drei Raten sind erlaubt.
Eine Barkaution dürfen Sie in drei gleichen Monatsraten zahlen. Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden weiteren jeweils mit den folgenden Mieten.
Der Vermieter bestimmt die Höhe der Kaution
Je teurer die Wohnung, desto mehr.
Höchstens drei Monatsmieten.
Die Kaution darf höchstens das Dreifache der monatlichen Miete betragen. Nebenkosten, die als Pauschale oder Vorauszahlung gezahlt werden, zählen bei dieser Berechnung nicht mit.
Den Makler zahlt immer der Mieter
So war es doch schon immer.
Es zahlt, wer bestellt.
Eine Provision darf der Makler vom Mieter nur verlangen, wenn er ausschließlich in dessen Auftrag gesucht hat. Auch dann sind höchstens zwei Monatsmieten plus Umsatzsteuer erlaubt.
Der Rundfunkbeitrag gilt pro Person
In der WG zahlt jeder einzeln.
Er gilt pro Wohnung.
Für jede Wohnung wird ein Rundfunkbeitrag von 18,36 € im Monat fällig, unabhängig davon, wie viele Menschen dort wohnen. In einer WG kann der Beitrag also geteilt werden.
Nebenkosten können jederzeit nachgefordert werden
Auch Jahre später noch.
Dafür gilt eine Frist.
Der Vermieter muss die Abrechnung bis zum Ende des zwölften Monats nach dem Abrechnungszeitraum zustellen. Danach kann er in der Regel keine Nachzahlung mehr verlangen.
Beispielrechnung
Nehmen wir eine Wohnung mit 650 € Kaltmiete und 170 € Nebenkostenvorauszahlung. Die Warmmiete liegt bei 820 €. Hinzu kommen in diesem gedachten Beispiel 45 € für Strom, 30 € für Internet, 18,36 € Rundfunkbeitrag, 15 € für Haftpflicht- und Hausratversicherung und 300 € für Lebensmittel. Zusammen sind das rund 1.228 € im Monat.
Noch nicht enthalten sind Mobilität, Handy, Kleidung, Freizeit und Rücklagen. Wer netto 1.800 € verdient, hat nach den Grundkosten also weniger als 600 € für alles andere. Die einmaligen Kosten kommen noch dazu: bis zu 1.950 € Kaution sowie Umzug und Einrichtung.
Sparen Sie deshalb vor dem Umzug so viel wie möglich an. Brauchen Sie für die Grundausstattung dennoch eine Finanzierung, ist ein kleiner Ratenkredit mit fester Laufzeit meist günstiger als eine Kreditkarte in Teilzahlung oder ein Dispo. Was ein Kleinkredit kostet, zeigt der Kreditrechner. Gerade für Berufsanfänger lohnt sich auch ein Blick auf Kredite für Azubis, bevor Sie sich festlegen.
Fragen und Antworten
Kurze Antworten für alle, die zum ersten Mal einen Mietvertrag unterschreiben.
Höchstens drei Monatsmieten ohne die Nebenkostenvorauszahlung oder -pauschale.
Nein. Eine Barkaution dürfen Sie in drei gleichen Monatsraten zahlen.
Der Vermieter muss sie getrennt von seinem Vermögen anlegen. Die Zinsen stehen Ihnen zu.
18,36 € im Monat je Wohnung, egal wie viele Personen dort wohnen.
Spätestens bis zum Ende des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums.
Einwendungen müssen Sie bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung erheben.

Jacob Hartmann hat die Regeln zu Kaution, Nebenkostenabrechnung und Maklerprovision mit BGB und Wohnungsvermittlungsgesetz, den Rundfunkbeitrag beim Beitragsservice und die Beispielrechnung geprüft.
Brauchen Sie für Küche oder Möbel eine Finanzierung, vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich Kleinkredite mit fester Rate.
Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.
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