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Charge, Revolving, Debit: Welche Kreditkarte haben Sie eigentlich?

Jacob HartmannVeröffentlicht 12. Oktober 2026Lesezeit 4 min
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Kurz gefasst

Auf der Vorderseite sehen fast alle Karten gleich aus, doch dahinter stecken sehr unterschiedliche Modelle. Bei einer Charge-Karte werden alle Umsätze eines Monats gesammelt und einmal vollständig vom Girokonto abgebucht. Bei einer Revolving-Karte zahlen Sie nur einen Teil zurück, der Rest wird zum Kredit mit oft hohen Zinsen. Eine Debitkarte belastet Ihr Girokonto direkt und gewährt gar keinen Kredit.

Welche Art Sie besitzen, steht im Kartenvertrag und in der Monatsabrechnung. Achten Sie auf Begriffe wie Teilzahlung, Mindestbetrag oder Sollzins für den offenen Saldo. Tauchen sie auf, haben Sie eine Karte mit Kreditfunktion, deren Kosten Sie im Blick behalten sollten.

Ein gedachtes Beispiel zeigt, warum das wichtig ist: 2.000 € Restschuld zu 18 % Sollzins, abbezahlt mit 100 € im Monat, kosten rund 396 € Zinsen und zwei Jahre Geduld. Mit einer Charge-Karte und voller Rückzahlung entstehen diese Kosten nicht. Für die Bonität zählt beim neuen SCHUFA-Score unter anderem, wie alt Ihre älteste Kreditkarte ist.

Gleiche Optik, anderes Prinzip

Warum der Kartentyp über die Kosten entscheidet

Im Alltag spricht man fast immer von der Kreditkarte, egal ob am Supermarktterminal, im Onlineshop oder im Hotel. Technisch und rechtlich sind die Unterschiede aber erheblich. Entscheidend ist, wann das Geld von Ihrem Konto abgeht und ob ein offener Betrag verzinst wird.

Bei manchen Karten bezahlen Sie heute und die Abbuchung kommt Wochen später. Andere ziehen den Betrag sofort ab. Wieder andere verwandeln jede nicht bezahlte Abrechnung in einen Kredit. Wer nicht weiß, welche Art im Portemonnaie steckt, merkt das oft erst an den Zinsen auf der Abrechnung.

Die folgende Übersicht erklärt die gängigen Kartentypen und Begriffe. Einen ausführlichen Überblick über Funktionen und Kosten finden Sie im Ratgeber zur Kreditkarte.

Kartentypen im Überblick

Neun Begriffe, mit denen Sie Ihre Karte einordnen

Vergleichen Sie diese Erklärungen mit Ihrem Kartenvertrag und der letzten Abrechnung.

Charge-Karte
Alle Umsätze eines Abrechnungszeitraums werden gesammelt und einmal im Monat vollständig vom Girokonto abgebucht. Bis dahin ist das Geld zinsfrei vorgestreckt. Einen dauerhaften Kredit gibt es nicht.
Revolving-Karte
Eine Karte mit echter Kreditfunktion. Sie zahlen monatlich nur einen Mindestbetrag oder einen selbst gewählten Teil zurück, der offene Rest wird mit einem Sollzins verzinst und läuft weiter.
Debitkarte
Jede Zahlung wird direkt oder innerhalb weniger Tage vom Girokonto abgebucht. Es gibt keinen Kreditrahmen der Karte selbst. Ist das Konto leer, greift höchstens ein vereinbarter Dispo.
Prepaid-Karte
Die Karte wird vorher mit Guthaben aufgeladen und kann nur bis zu diesem Betrag genutzt werden. Sie eignet sich für Menschen, die Ausgaben streng begrenzen wollen oder keinen Kreditrahmen erhalten.
Kreditrahmen
Der Höchstbetrag, bis zu dem Sie mit einer Charge- oder Revolving-Karte bezahlen können. Er richtet sich nach Ihrer Bonität und kann von der Bank angepasst werden.
Abrechnungszeitraum
Der Zeitraum, für den die Umsätze gesammelt werden, meist ein Monat. Zwischen Kauf und Abbuchung können je nach Kaufdatum und Karte mehrere Wochen liegen.
Teilzahlung
Die Möglichkeit, eine Abrechnung nicht vollständig zu begleichen. Was offen bleibt, wird zum Kredit. Manche Karten sind standardmäßig auf Teilzahlung eingestellt, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt.
Mindestbetrag
Der kleinste Betrag, den Sie bei einer Revolving-Karte monatlich zahlen müssen, oft ein Prozentsatz des Saldos. Wer nur ihn zahlt, tilgt sehr langsam und zahlt lange Zinsen.
Sollzins
Der Zins, den die Bank auf den offenen Kartensaldo berechnet. Er steht im Preis- und Leistungsverzeichnis und liegt bei Teilzahlung häufig deutlich über dem Zins eines Ratenkredits.

Selbsttest

So finden Sie heraus, welche Karte Sie haben

Drei Blicke in Ihre Unterlagen genügen, um den Kartentyp sicher zu bestimmen.

Die Abrechnung lesen

Schauen Sie auf die letzte Monatsabrechnung. Steht dort ein Gesamtbetrag, der vollständig per Lastschrift eingezogen wird, haben Sie eine Charge-Karte. Finden Sie einen Mindestbetrag, einen offenen Saldo und berechnete Zinsen, ist es eine Revolving-Karte. Erscheint jede Zahlung einzeln und zeitnah auf dem Girokonto, ist es eine Debitkarte.

Die Rückzahlungsart prüfen

Viele Karten bieten beides an: volle Rückzahlung oder Teilzahlung. Entscheidend ist, was in Ihrem Konto eingestellt ist. Im Onlinebanking oder in der App lässt sich das meist ändern. Wer keine Zinsen zahlen will, stellt auf vollständige Rückzahlung um.

Die Kosten nachrechnen

Ein offener Saldo von 2.000 € zu 18 % Sollzins, abbezahlt mit 100 € im Monat, ist in diesem gedachten Beispiel nach 24 Monaten getilgt und kostet rund 396 € Zinsen. Wer regelmäßig so einen Saldo vor sich herschiebt, fährt mit einem günstigeren Kredit meist besser.

Bonität im Blick

In den neuen SCHUFA-Score fließt etwa ein, wie lange Ihre älteste Kreditkarte schon besteht, aber auch, wie viele Konten und Karten Sie in den letzten zwölf Monaten beantragt haben. Mehr dazu erklärt der Beitrag zum SCHUFA-Score. Wer eine neue Karte sucht, findet im Kreditkarten-Vergleich einen Überblick.

Kurz zusammengefasst

Die drei Kartentypen auf einen Blick

Das sollten Sie über Ihre Karte wissen.

Charge-Karte heißt volle Rückzahlung

Alle Umsätze werden einmal im Monat abgebucht, bis dahin ist das Geld zinsfrei vorgestreckt.

Revolving-Karte heißt Kredit

Was Sie nicht zurückzahlen, wird zu einem oft hohen Sollzins verzinst und kann lange nachwirken.

Debitkarte heißt sofort

Zahlungen gehen direkt vom Girokonto ab, einen eigenen Kreditrahmen der Karte gibt es dabei nicht.

Die Einstellung entscheidet

Prüfen Sie in der App, ob Teilzahlung aktiv ist, und stellen Sie bei Bedarf auf vollständige Rückzahlung um.

Jacob Hartmann
Geprüfter Inhalt
Fachlich verantwortlich

Jacob Hartmann

Gründer & Inhaber, Lacuna Digital ApS

Jacob Hartmann hat die Unterschiede zwischen Charge-, Revolving- und Debitkarte, das Rechenbeispiel und die Hinweise zum neuen SCHUFA-Score anhand der Veröffentlichungen der Stiftung Warentest geprüft.

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Aktualisiert: Oktober 2026·Zahlen und Regeln sind mit offiziellen Quellen wie BaFin, Verbraucherzentrale, SCHUFA und dem BGB abgeglichen.

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