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Annuitätendarlehen einfach erklärt: So setzt sich Ihre Rate zusammen

Jacob HartmannVeröffentlicht 12. Oktober 2026Lesezeit 5 min
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Kurz gefasst

Bei einem Annuitätendarlehen zahlen Sie über die gesamte Laufzeit dieselbe monatliche Rate. Diese Rate besteht aus zwei Teilen: den Zinsen auf die aktuelle Restschuld und der Tilgung, die Ihre Schuld tatsächlich verringert. Weil die Restschuld jeden Monat kleiner wird, sinkt der Zinsanteil, und der Tilgungsanteil wächst im gleichen Maß.

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Konditionen zeigt das deutlich. Bei 10.000 € Kreditbetrag, 6 % Sollzins und 60 Monaten Laufzeit beträgt die Rate 193,33 €. Im ersten Monat sind davon 50,00 € Zinsen und 143,33 € Tilgung, in der letzten Rate nur noch 0,96 € Zinsen. Insgesamt zahlen Sie in diesem Beispiel rund 1.600 € Zinsen.

Die meisten Ratenkredite für Verbraucher sind so aufgebaut. Wer das Prinzip versteht, kann Angebote besser vergleichen, den Tilgungsplan prüfen, den Sie bei einem Kredit mit fester Laufzeit jederzeit verlangen dürfen, und einschätzen, wann sich eine Sondertilgung lohnt. Denn jeder Euro, den Sie früher zurückzahlen, spart Zinsen in allen folgenden Monaten. Prüfen Sie vor dem Abschluss außerdem, ob die Rate auch mit einem Puffer für unerwartete Ausgaben in Ihr Budget passt.

Das Prinzip

Gleiche Rate, wechselnder Inhalt

Das Wort Annuität stammt vom lateinischen annus, Jahr, und meint eine regelmäßig gleich hohe Zahlung. Beim Annuitätendarlehen vereinbaren Sie mit der Bank einen Sollzins und eine Laufzeit. Daraus ergibt sich eine feste Rate, die das Darlehen bis zum letzten Monat vollständig zurückführt.

Die Bank berechnet die Zinsen jeden Monat nur auf die Summe, die Sie noch schulden. Am Anfang ist die Restschuld hoch, also auch der Zinsanteil. Mit jeder Rate tilgen Sie einen Teil, die Restschuld fällt, und im nächsten Monat bleibt von derselben Rate mehr für die Tilgung übrig.

Für Ihr Haushaltsbudget ist das bequem: Sie wissen vom ersten Tag an, welcher Betrag jeden Monat abgebucht wird. Die Kehrseite: In den ersten Monaten verringert sich Ihre Schuld langsamer, als die Höhe der Rate vermuten lässt.

Schritt für Schritt

Sechs Punkte, die Ihre Rate verständlich machen

Mit diesen Punkten lesen Sie jedes Angebot und jeden Tilgungsplan ohne Taschenrechner.

Der Zinsanteil folgt der Restschuld

Jeden Monat berechnet die Bank den vereinbarten Sollzins ausschließlich auf den Betrag, den Sie zu diesem Zeitpunkt noch schulden.

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Bei 6 % Sollzins pro Jahr sind das 0,5 % pro Monat. Auf 10.000 € Restschuld fallen im ersten Monat also 50,00 € Zinsen an. Im zwölften Monat ist der Zinsanteil im Beispiel auf 41,92 € gesunken, danach liegt die Restschuld bei rund 8.232 €. Die Rate selbst hat sich in dieser Zeit nicht verändert.

Die Tilgung wächst Monat für Monat

Alles, was von der Rate nach Abzug der Zinsen übrig bleibt, verringert direkt und dauerhaft Ihre offene Schuld bei der Bank.

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Im Beispiel tilgen Sie im ersten Monat 143,33 €, nach 30 Monaten bereits 165,63 € und in der letzten Rate 192,37 €. Die Rate bleibt dabei immer 193,33 €. Genau diese stetige Verschiebung vom Zinsanteil zum Tilgungsanteil ist das typische Kennzeichen eines Annuitätendarlehens und erklärt, warum die Schuld gegen Ende immer schneller sinkt.

Die Laufzeit bestimmt die Gesamtkosten

Eine längere Laufzeit senkt die monatliche Rate, aber Sie zahlen über mehr Monate Zinsen auf die Restschuld.

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Der Grund ist einfach: Bei kleiner Rate sinkt die Restschuld langsamer, und auf den höheren Betrag fallen länger Zinsen an. Probieren Sie verschiedene Laufzeiten im Kreditrechner aus und vergleichen Sie neben der monatlichen Rate immer auch die Summe aller Zinsen über die gesamte Laufzeit.

Der Tilgungsplan zeigt jede einzelne Rate

Bei einem Kredit mit festem Rückzahlungstermin können Sie von der Bank jederzeit einen Tilgungsplan verlangen.

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Das regelt § 492 Absatz 3 BGB. Der Plan listet für jede Rate den Zinsanteil, den Tilgungsanteil und die verbleibende Restschuld auf. So sehen Sie schwarz auf weiß, wie viel Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt noch schulden, etwa wenn Sie über eine Ablösung nachdenken.

Sondertilgungen wirken doppelt

Eine Extrazahlung senkt die Restschuld sofort und damit auch die Zinsen in allen folgenden Monaten.

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Verbraucherdarlehen dürfen Sie nach § 500 Absatz 2 BGB jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Je früher in der Laufzeit die Extrazahlung kommt, desto größer ist die Ersparnis. Bei festem Sollzins kann die Bank eine begrenzte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, höchstens 1 % des zurückgezahlten Betrags.

Der Effektivzins zeigt den echten Preis

Der Sollzins bestimmt die Höhe der Rate, der effektive Jahreszins zeigt die gesamten Kosten im Jahresvergleich.

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Im Effektivzins sind neben den Zinsen auch Kosten enthalten, die Sie für den Kredit zwingend zahlen müssen. Außerdem berücksichtigt er, dass Sie monatlich und nicht jährlich zahlen. Für den Vergleich zweier Angebote mit gleichem Betrag und gleicher Laufzeit ist er deshalb die maßgebliche Zahl.

Gut zu wissen

Was die feste Rate bedeutet

Die feste Rate gibt Planungssicherheit, solange der Sollzins für die gesamte Laufzeit vereinbart ist. Bei vielen Ratenkrediten für Verbraucher ist das der Fall.

Prüfen Sie im Angebot, ob der Sollzins gebunden oder veränderlich ist. Nur bei einer festen Bindung bleibt die Rate bis zum Ende gleich. Lesen Sie außerdem, ob die erste oder letzte Rate abweicht. Viele Banken gleichen Rundungsdifferenzen in der Schlussrate aus, die dann ein paar Cent höher oder niedriger ausfällt.

Wenn Sie wissen möchten, welche Rate zu Ihrem Budget passt, rechnen Sie Betrag, Zins und Laufzeit im Kreditrechner durch. Achten Sie dabei auf einen Puffer: Die Rate sollte auch dann tragbar bleiben, wenn einmal eine unerwartete Ausgabe dazukommt.

Haben Sie später Geld übrig, lohnt sich ein Blick auf die Möglichkeiten einer Sondertilgung. Und wer zwei Angebote nebeneinanderlegt, sollte nicht den Sollzins, sondern den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag vergleichen.

Zusammengefasst

Das Annuitätendarlehen in vier Punkten

Was Sie über den Aufbau Ihrer Rate wissen sollten.

Die Rate bleibt gleich

Bei festem Sollzins zahlen Sie jeden Monat denselben Betrag, nur das Verhältnis von Zins und Tilgung verschiebt sich laufend.

Zinsen sinken, Tilgung steigt

Weil die Restschuld mit jeder Rate kleiner wird, fallen weniger Zinsen an und mehr Geld fließt in die Tilgung.

Laufzeit kostet Zinsen

Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die Summe der Zinsen, die Sie insgesamt an die Bank zahlen.

Extrazahlungen sparen

Eine Sondertilgung senkt die Restschuld sofort und verringert dadurch die Zinsen in allen Monaten, die danach noch folgen.

Jacob Hartmann
Geprüfter Inhalt
Fachlich verantwortlich

Jacob Hartmann

Gründer & Inhaber, Lacuna Digital ApS

Jacob Hartmann hat das Rechenbeispiel zu Zins- und Tilgungsanteil nachgerechnet und die Angaben zu Tilgungsplan und vorzeitiger Rückzahlung mit dem BGB abgeglichen.

Kredit-WissenVerbraucherkredit
Gründer und Inhaber der Lacuna Digital ApS · Spezialisiert auf Verbraucherkredite und Kreditvergleich
Aktualisiert: Oktober 2026·Zahlen und Regeln sind mit offiziellen Quellen wie BaFin, Verbraucherzentrale, SCHUFA und dem BGB abgeglichen.

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Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.

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