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Ratenpause beim Kredit: Wann sie hilft und was sie kostet

Jacob HartmannVeröffentlicht 12. Oktober 2026Lesezeit 4 min
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Kurz gefasst

Eine Ratenpause hilft, wenn Ihnen für kurze Zeit Geld fehlt, etwa wegen einer hohen Reparatur oder einer Lücke zwischen zwei Jobs, und absehbar ist, dass Sie danach wieder normal zahlen können. Sie ist aber nicht kostenlos. Während der Pause laufen die Zinsen auf Ihre Restschuld weiter, und am Ende zahlen Sie länger und insgesamt mehr.

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten zeigt die Größenordnung. Bei 8.000 € Restschuld und 6 % Sollzins kostet eine Pause von drei Monaten rund 141 € zusätzlich, wenn die Zinsen der Restschuld zugeschlagen werden und die Rate gleich bleibt. Der Kredit endet dann etwa vier Monate später.

Einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf eine Ratenpause gibt es bei Ratenkrediten nicht. Manche Verträge enthalten eine solche Option, sonst müssen Sie die Pause mit der Bank vereinbaren. Sprechen Sie die Bank deshalb an, bevor eine Rate platzt. Eine vereinbarte Verschiebung ist etwas völlig anderes als ein Zahlungsrückstand, der Verzugszinsen, Mahnungen und im schlimmsten Fall eine Kündigung des gesamten Kredits nach sich ziehen kann.

Was eine Ratenpause ist

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Bei einer Ratenpause setzen Sie für einen vereinbarten Zeitraum mit der Zahlung Ihrer Kreditraten aus. Manche Banken nennen das auch Zahlungspause oder Stundung. Die Schuld verschwindet dadurch nicht. Sie wird nur später zurückgezahlt.

Wie sich die Pause genau auswirkt, hängt von der Vereinbarung ab. Häufig werden die Zinsen, die während der Pause entstehen, der Restschuld zugeschlagen. Danach zahlen Sie entweder dieselbe Rate über einen längeren Zeitraum oder eine höhere Rate bei unveränderter Laufzeit.

Wichtig ist der Unterschied zum Zahlungsverzug. Haben Sie die Pause mit der Bank vereinbart, sind die verschobenen Raten in dieser Zeit nicht fällig. Ohne Vereinbarung geraten Sie dagegen in Verzug, sobald eine Rate ausbleibt, und das hat deutlich teurere Folgen.

Mythen und Fakten

Fünf Irrtümer rund um die Ratenpause

Viele Kreditnehmer haben falsche Vorstellungen davon, was eine Ratenpause bewirkt. Das stimmt wirklich.

Mythos 01

Eine Ratenpause ist kostenlos

Ich zahle ja nur etwas später.

Tatsache

Die Zinsen laufen weiter.

Während der Pause wird die Restschuld weiter verzinst. Im Beispiel mit 8.000 € und 6 % Sollzins kosten drei Monate Pause rund 141 € zusätzlich, weil die Zinsen der Schuld zugeschlagen werden.

Mythos 02

Jeder hat Anspruch darauf

Die Bank muss mir eine Pause gewähren.

Tatsache

Es braucht eine Vereinbarung.

Einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf eine Ratenpause gibt es bei Ratenkrediten nicht. Entweder enthält Ihr Vertrag eine entsprechende Option, oder Sie müssen die Pause mit der Bank aushandeln.

Mythos 03

Eine ausgelassene Rate ist dasselbe

Ob vereinbart oder nicht, ich zahle eben später.

Tatsache

Ohne Absprache entsteht Verzug.

Bleibt eine fällige Rate einfach aus, geraten Sie in Verzug. Dann fallen Verzugszinsen an, und nach mehrfacher Mahnung kann die offene Forderung an eine Auskunftei wie die SCHUFA gemeldet werden.

Mythos 04

Wegen einer Rate wird gekündigt

Schon nach einem Ausfall ist der ganze Kredit fällig.

Tatsache

Die Hürden für eine Kündigung sind hoch.

Die Bank darf erst kündigen, wenn mindestens zwei aufeinanderfolgende Raten und ein Mindestanteil des Kredits offen sind und eine Frist von zwei Wochen erfolglos verstrichen ist.

Mythos 05

Eine Pause löst jedes Geldproblem

Ein paar Monate Luft, dann wird es schon gehen.

Tatsache

Sie hilft nur bei kurzen Engpässen.

Reicht Ihr Einkommen dauerhaft nicht für die Rate, verschiebt eine Pause das Problem nur nach hinten. Dann sind eine Umschuldung mit niedrigerer Rate oder eine Schuldnerberatung meist der bessere Weg.

Rechenbeispiel

Was drei Monate Pause kosten

Angenommen, Sie haben noch 8.000 € Restschuld bei 6 % Sollzins und 30 Raten vor sich. Die monatliche Rate beträgt 287,83 €. Ohne Pause zahlen Sie bis zum Ende noch 634,94 € Zinsen.

Nun vereinbaren Sie drei Monate Ratenpause. In dieser Zeit wachsen die Zinsen auf Ihre Schuld, die danach bei rund 8.121 € liegt. Zahlen Sie anschließend dieselbe Rate weiter, brauchen Sie 31 statt 30 Raten. Die Zinsen steigen auf 775,71 €, die Pause kostet also rund 141 €, und der Kredit endet etwa vier Monate später als geplant.

Das ist in vielen Fällen deutlich günstiger als ein Zahlungsrückstand mit Verzugszinsen, Mahngebühren und möglichem SCHUFA-Eintrag. Ist dagegen absehbar, dass die Rate auch nach der Pause zu hoch bleibt, sollten Sie über eine Umschuldung mit längerer Laufzeit nachdenken.

Prüfen Sie außerdem, ob Sie eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben. Je nach Vertrag kann sie bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit Raten übernehmen, sodass eine Pause gar nicht nötig ist.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zur Ratenpause

Kurze Antworten, bevor Sie mit Ihrer Bank sprechen.

  • Wie beantrage ich eine Ratenpause?

    Schauen Sie zuerst in Ihren Kreditvertrag. Fehlt eine Regelung, schreiben Sie Ihrer Bank frühzeitig, nennen Sie den Grund und die gewünschte Dauer.

  • Wie lange darf eine Ratenpause dauern?

    Das legen Vertrag oder Vereinbarung fest. Eine gesetzliche Höchstdauer für vertragliche Ratenpausen gibt es nicht.

  • Was kostet eine Ratenpause?

    Vor allem die Zinsen, die während der Pause auf die Restschuld anfallen. Manche Banken verlangen zusätzlich ein Entgelt, fragen Sie danach.

  • Schadet eine Ratenpause meiner Bonität?

    Eine vereinbarte Pause ist kein Zahlungsverzug. Gefährlich für die Bonität sind ausgebliebene Raten ohne Absprache mit der Bank.

  • Was passiert, wenn ich einfach nicht zahle?

    Sie geraten in Verzug und zahlen Verzugszinsen. Nach Mahnungen kann eine Meldung an Auskunfteien und später die Kündigung folgen.

  • Gibt es Alternativen zur Ratenpause?

    Ja, etwa eine dauerhaft niedrigere Rate über eine Umschuldung oder eine kostenlose Schuldnerberatung bei größeren Problemen.

Jacob Hartmann
Geprüfter Inhalt
Fachlich verantwortlich

Jacob Hartmann

Gründer & Inhaber, Lacuna Digital ApS

Jacob Hartmann hat das Rechenbeispiel zur Ratenpause nachgerechnet und die Regeln zu Verzug, Kündigung und SCHUFA-Meldung mit BGB und Bundesdatenschutzgesetz abgeglichen.

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Gründer und Inhaber der Lacuna Digital ApS · Spezialisiert auf Verbraucherkredite und Kreditvergleich
Aktualisiert: Oktober 2026·Zahlen und Regeln sind mit offiziellen Quellen wie BaFin, Verbraucherzentrale, SCHUFA und dem BGB abgeglichen.

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