Kredit-WissenRatenpause beim Kredit: Wann sie hilft und was sie kostet
Eine Ratenpause verschafft Luft bei kurzen Engpässen, kostet aber Zinsen, weil die Restschuld weiter verzinst wird. Wann sie sinnvoll ist und wie Sie fragen.
Lesezeit 4 min

Kurz gefasst
Ob die Hausbank oder ein Kreditvermittler die besseren Konditionen bietet, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Hausbank kennt Ihr Konto und macht Ihnen ein einziges Angebot. Ein Vermittler holt Angebote mehrerer Banken ein und erhöht damit die Chance, ein günstigeres zu finden. Entscheidend ist am Ende der effektive Jahreszins bei gleichem Betrag und gleicher Laufzeit, nicht der Weg, auf dem das Angebot zu Ihnen kommt.
Für Vermittler gelten in Deutschland strenge Regeln. Sie brauchen eine gewerberechtliche Erlaubnis und müssen Ihnen vorab mitteilen, ob sie von Ihnen eine Vergütung verlangen, ob sie Provisionen von Banken erhalten und ob sie für eine oder mehrere Banken arbeiten. Eine Vergütung von Ihnen ist nur erlaubt, wenn der Kredit tatsächlich ausgezahlt wurde und Sie ihn nicht mehr widerrufen können.
Am sinnvollsten ist oft beides: Holen Sie ein Angebot Ihrer Hausbank ein und vergleichen Sie es mit den Angeboten aus einer kostenlosen Vergleichsanfrage. Vorsicht ist geboten, wenn jemand Gebühren vor der Auszahlung verlangt oder einen Kredit ohne jede Bonitätsprüfung verspricht.
Zwei Wege zum Kredit
Wer einen Ratenkredit braucht, geht entweder zur eigenen Bank oder lässt sich Angebote vermitteln. Beide Wege haben Stärken. Hier sehen Sie, wie sie funktionieren und welche Rechte Sie jeweils haben.
Ihre Hausbank kennt Ihre Kontobewegungen, Ihr Gehalt und Ihre bisherigen Kredite. Das kann die Prüfung vereinfachen, weil sie viele Unterlagen schon hat. Dafür macht sie Ihnen nur ein einziges Angebot, nämlich ihr eigenes.
Ob dieses Angebot günstig ist, sehen Sie erst im Vergleich. Eine langjährige Kundenbeziehung garantiert keinen besseren Zins. Manche Hausbanken bieten treuen Kunden gute Konditionen, andere nicht. Lassen Sie sich deshalb das Angebot mit den Standardinformationen geben und behandeln Sie es wie jedes andere.
Ein Kreditvermittler leitet Ihre Anfrage an mehrere Banken weiter und legt Ihnen deren Angebote vor. Den Kreditvertrag schließen Sie am Ende direkt mit der Bank, nicht mit dem Vermittler. Der Vermittler selbst verleiht kein Geld.
Gewerbliche Darlehensvermittler brauchen nach § 34c der Gewerbeordnung eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Vor der Vermittlung müssen sie Ihnen auf einem dauerhaften Datenträger mitteilen, ob sie für einen, mehrere oder unabhängig von bestimmten Darlehensgebern tätig sind. Gegenüber Ihnen haben sie zudem dieselben Erläuterungspflichten wie eine Bank.
Viele Vermittler erhalten eine Provision von der Bank, mit der der Vertrag zustande kommt. Ob und in welcher Höhe sie solche Zahlungen bekommen, müssen sie Ihnen vorab offenlegen. Verlangt ein Vermittler von Ihnen selbst eine Vergütung, braucht er dafür einen schriftlichen Vermittlungsvertrag, der getrennt vom Kreditantrag sein muss.
Zahlen müssen Sie nur, wenn der Kredit an Sie ausgezahlt wurde und Ihr Widerrufsrecht abgelaufen ist. Weitere Gebühren sind nicht erlaubt, nur nachgewiesene notwendige Auslagen bis zu einem vorher genannten Höchstbetrag. Vermittlungskosten, die Sie tragen, fließen außerdem in den effektiven Jahreszins ein.
Der größte Vorteil eines Vermittlers ist die Auswahl. Banken bewerten dieselbe Person unterschiedlich und kalkulieren ihre Zinsen verschieden. Mit mehreren Angeboten sehen Sie, welcher effektive Jahreszins für Sie tatsächlich erreichbar ist.
Auch Swiftbanker arbeitet als kostenloser Vergleichsservice: Ihre Anfrage geht über einen Partner an Kreditvermittler und Banken, und Sie entscheiden anschließend selbst, ob Sie ein Angebot annehmen. Im Kreditvergleich sehen Sie, wie das abläuft. Vergleichen Sie die Ergebnisse immer auch mit dem Angebot Ihrer Hausbank.
Wollen Sie bestehende Kredite ablösen, schützt Sie eine besondere Regel. Weiß der Vermittler, dass der neue Kredit einer Umschuldung dient, entsteht sein Anspruch auf eine Vergütung von Ihnen nur, wenn sich der effektive Jahreszins nicht erhöht.
Diese Regel soll verhindern, dass Ihnen gegen Bezahlung eine Umschuldung vermittelt wird, die Sie am Ende mehr kostet. Prüfen Sie trotzdem selbst, ob der neue Kredit unter dem Strich günstiger ist. Rechnen Sie dabei eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung für den alten Kredit mit ein.
Die Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor Anbietern, die mit Krediten ohne Bonitätsprüfung werben. Statt eines Kredits erhalten Betroffene oft einen teuren Vertrag über eine sogenannte Finanzsanierung, manchmal per Nachnahme. Geld fließt dabei nicht.
Ein seriöser Vermittler verlangt kein Geld vor der Auszahlung und verspricht keine Zusage ohne Prüfung. Seien Sie besonders vorsichtig bei Angeboten, die gezielt Menschen mit negativen SCHUFA-Einträgen ansprechen. Welche Fallen sich hinter Angeboten für einen Kredit ohne Schufa verbergen können, erklären wir gesondert.
Achtung
Ob Hausbank, Vermittler oder Vergleichsportal: Bei diesen Anzeichen sollten Sie keinen Vertrag unterschreiben und sich im Zweifel unabhängig beraten lassen.

Jacob Hartmann hat die Regeln zum Darlehensvermittlungsvertrag mit §§ 655a bis 655d BGB, Artikel 247 § 13 EGBGB und § 34c Gewerbeordnung abgeglichen.
Mit einer kostenlosen und unverbindlichen Anfrage sehen Sie Angebote mehrerer Banken und können sie mit dem Ihrer Hausbank vergleichen.
Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.
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