Geld & HaushaltGrößere Anschaffung: Sparen, finanzieren oder leasen?
Sparen ist am günstigsten, ein Ratenkredit am schnellsten, Leasing am flexibelsten. So vergleichen Sie die drei Wege für Auto, Küche oder Möbel ehrlich.
Lesezeit 5 min

Kurz gefasst
Die 50-30-20-Regel ist eine einfache Faustregel für das Haushaltsbudget. Sie teilt das monatliche Nettoeinkommen in drei Töpfe: 50 % für notwendige Ausgaben wie Miete, Energie, Lebensmittel und Versicherungen, 30 % für persönliche Wünsche wie Freizeit, Restaurant oder Urlaub und 20 % für Sparen und die zusätzliche Tilgung von Schulden.
Bei 2.800 € netto bedeutet das: 1.400 € für den Grundbedarf, 840 € für Wünsche und 560 € für Rücklagen und Tilgung. Der Charme der Regel liegt darin, dass Sie nicht jede Ausgabe einzeln planen müssen. Es genügt, die drei Töpfe im Blick zu behalten, etwa mit getrennten Konten oder Unterkonten.
In teuren Städten reicht die Hälfte des Einkommens oft nicht für Miete und Fixkosten. Dann ist eine angepasste Variante wie 60-20-20 ehrlicher als ein Budget, das nur auf dem Papier aufgeht. Wichtig ist, dass der Spartopf nicht ganz verschwindet. Er finanziert den Notgroschen und hilft, teure Schulden schneller loszuwerden. Schon zehn Prozent sind besser als gar nichts, solange sie jeden Monat zuverlässig zur Seite gelegt werden.
Die Idee
Viele Haushaltsbudgets scheitern an ihrer eigenen Genauigkeit. Wer jede Ausgabe in eine von zwanzig Kategorien einordnen muss, gibt nach ein paar Wochen auf. Die 50-30-20-Regel geht den umgekehrten Weg und arbeitet mit nur drei Töpfen.
Bekannt gemacht haben die Regel die US-Politikerin Elizabeth Warren und ihre Tochter Amelia Warren Tyagi in einem Ratgeberbuch. Sie ist keine wissenschaftliche Formel, sondern eine Orientierung, die sich leicht merken und an die eigene Lage anpassen lässt.
Der Ausgangspunkt ist immer das Nettoeinkommen, also das, was nach Steuern und Sozialabgaben tatsächlich auf dem Konto ankommt. Kindergeld oder regelmäßige Nebeneinkünfte zählen Sie dazu. Unregelmäßige Einnahmen wie eine Steuererstattung planen Sie besser nicht fest ein.
In der Praxis
So machen Sie aus der Faustregel ein Budget, das im Alltag funktioniert.
Notieren Sie, was jeden Monat sicher auf dem Konto eingeht, einschließlich Kindergeld und regelmäßiger Nebeneinkünfte.
Bei schwankendem Einkommen rechnen Sie mit einem vorsichtigen Durchschnitt der letzten Monate, nicht mit dem besten Monat. Im Beispiel liegt das Nettoeinkommen bei 2.800 €. Daraus ergeben sich nach der Regel 1.400 € für den Grundbedarf, 840 € für Wünsche und 560 € für Sparen und Tilgung.
In den 50-Prozent-Topf gehört nur, was Sie zum Leben und für bestehende Verpflichtungen brauchen.
Dazu zählen Miete und Nebenkosten, Energie, Lebensmittel, notwendige Versicherungen, Mobilität und die vertraglich vereinbarten Kreditraten. Das Fitnessstudio oder das Streamingabo gehören nicht dazu, auch wenn sie sich wie Fixkosten anfühlen. Sie zählen zu den Wünschen und sind damit verhandelbar.
Die 30 Prozent für Freizeit, Hobbys und Genuss sind kein Luxus, sondern machen das Budget alltagstauglich.
Wer sich gar nichts gönnt, hält ein Budget selten lange durch. Der Wunsch-Topf darf ausgegeben werden, aber eben nur bis zu seinem Betrag. Ist er Mitte des Monats leer, wird nicht aus dem Spartopf nachgefüllt. So bleibt die Regel auch in Monaten mit vielen Verlockungen stabil.
Überweisen Sie die 20 Prozent per Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang auf ein eigenes Konto.
Sparen am Monatsende funktioniert selten, weil dann meist nichts übrig ist. Wer am Gehaltstag spart, lebt automatisch mit dem Rest. Aus dem Spartopf finanzieren Sie zuerst einen Notgroschen und danach zusätzliche Tilgungen von Schulden, bevor langfristige Sparziele dazukommen.
Zwei oder drei Konten oder Unterkonten machen die Töpfe sichtbar und verhindern, dass sich alles vermischt.
Ein bewährtes Modell: Das Gehalt geht auf das Girokonto, von dem die Fixkosten abgebucht werden. Der Spartopf wandert sofort auf ein Tagesgeldkonto, der Wunsch-Topf auf ein zweites Konto mit eigener Karte. So sehen Sie jederzeit, wie viel für Freizeit noch übrig ist.
Passen die Zahlen nicht zu Ihrer Wohnsituation, verschieben Sie die Anteile, statt die Regel ganz aufzugeben.
Zahlen Sie für Miete und Nebenkosten allein 1.050 € von 2.800 €, sind das schon 37,5 Prozent. Mit Energie, Lebensmitteln und Versicherungen wird die Hälfte schnell überschritten. Dann ist 60-20-20 realistischer: 1.680 € Grundbedarf, 560 € Wünsche, 560 € Sparen. Der Spartopf sollte möglichst bestehen bleiben.
Budget und Schulden
Laufende Kreditraten gehören in den Grundbedarf. Machen sie einen großen Teil davon aus, bleibt für die anderen Töpfe wenig Raum, und das Budget gerät ins Wanken.
Ein Warnsignal ist es, wenn der Grundbedarf dauerhaft deutlich über 60 Prozent des Nettoeinkommens liegt und der Spartopf nicht mehr bedient werden kann. Dann entsteht bei jeder unerwarteten Ausgabe eine neue Schuld, oft über den Dispo oder die Teilzahlung der Kreditkarte.
In dieser Lage lohnt der Blick auf die Zinsen. Mehrere kleine, teure Kredite lassen sich manchmal in einem günstigeren Kredit bündeln, wodurch die Gesamtbelastung sinken kann. Wie das funktioniert, zeigt die Seite zum Umschuldungskredit. Mit dem Kreditrechner sehen Sie vorab, welche Rate bei welchem Zins und welcher Laufzeit entsteht.
Geht es dagegen um einen einzelnen Kredit mit festem Zins, kann der Spartopf gezielt für Sondertilgungen genutzt werden. Wichtig ist nur, dass vorher ein kleiner Notgroschen steht.
Kurz gefasst
Das Wichtigste für Ihr Haushaltsbudget.
Die Hälfte für den Grundbedarf, 30 Prozent für Wünsche und 20 Prozent für Sparen und zusätzliche Tilgung von Schulden.
Vertraglich vereinbarte Raten gehören in den 50-Prozent-Topf, Sondertilgungen dagegen in den Spartopf mit den 20 Prozent.
Ein Dauerauftrag am Gehaltstag sorgt dafür, dass der Spartopf jeden Monat gefüllt wird, bevor das Geld weg ist.
Bei hohen Mieten ist eine Variante wie 60-20-20 ehrlicher als ein Budget, das nur auf dem Papier funktioniert.

Jacob Hartmann hat die Rechenbeispiele zur 50-30-20-Regel und zur angepassten Variante in diesem Beitrag nachgerechnet und auf ihre Plausibilität geprüft.
Mit dem Kreditrechner sehen Sie, welche monatliche Rate bei welchem Zins und welcher Laufzeit entsteht, bevor Sie sich festlegen.
Ein Kredit kostet Geld. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob Sie die monatliche Rate dauerhaft tragen können.
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